* * * The story of (Sir Clive) Sinclair computers! * * *


Last update: Dec 12th 2012 | Text on this page is in German only.
everything on the Sinclair QL | everything on the ATARI JAGUAR


Die Computer von Sir Clive Sinclair - vom ZX80 bis zum Z88...




Click on picture above to watch videos tributing Sir Clive Sinclair and his inventions in microcomputing and mobilty (offsite-link).

Clive Sinclair (geboren am 30. Juli 1940) hat mit seiner in Cambridge, England domizilierten Firma Sinclair Research Ltd. in den Jahren 1979 bis 1986 den europäischen Heimcomputermarkt revolutioniert und zeitweise sogar dominiert. Bei Sinclair Research haben viele innovative und kluge Köpfe, welche heute noch aktiv die weltweite IT-Entwicklung mitgestalten, ihre ersten Projekte und Produkte entwickelt. Sinclair Research hat im April 1986 nach schwerwiegenden und zugleich klassischen Management-Fehlern auf Druck der Gläubiger das gesamte Computer-Geschäft sowie alle Rechte am einprägsamen Sinclair-Logo für 5Mio. £ an seinen heftigsten britischen Mitbewerber - die Amstrad Plc - verkaufen müssen. Amstrad hat im Anschluss an die "Sinclair-Übernahme" alle aktuellen Entwicklungen und Modelle gestoppt und anschliessend bis 1990 lediglich die ZX Spectrum-Linie als Heimcomputer weitergeführt. Zudem wurde das Sinclair-Logo für Low-Cost PC's "missbraucht". Trotz all dem "leben" die echten Sinclair Computer weiter und bleiben die Leidenschaft vieler, so auch mir.

  • Sir Clive posiert mit seinen Babies (Fotomontage, v.l.n.r.: Calculator, QL, ZX80, Flat-TV, ZX81, ZX Microdrive, ZX Spectrum mit Interface 1).
  • Im Februar 1980 lancierte Clive Sinclair den ZX80 als ersten Computer für unter 100£ (£99.95, rsp. für £79.95 als Bausatz um genau zu sein)! Dies war eine absolute Pionierleistung und ist im Nachhinein betrachtet mit Sicherheit ein Denkmal wert. Mit BASIC in einem 4KB ROM und 1KB RAM war schon allerhand möglich.
  • Nachdem der ZX80 noch von Clives Firma "Science of Cambridge" herausgegeben wurde, wurde diese Firma im März 1981 liquidiert und "Sinclair Research Ltd" gegründet. Sinclair Research war es dann, welche im März 1981 den ZX81 für £79.95 (£49.95 für den Bausatz) lancierte. Der ZX81 hatte gegenüber dem ZX80 vor allem ein grösseres ROM (8KB statt 4KB) mit einem verbesserten und erweiterten BASIC. Zudem bestand der Computer dank eines ULA-Bausteines (vergleichbar mit heutigen PC-Chipsätzen) lediglich aus 4 IC's. Der ZX81 war, wie alle vorherigen Sinclair-Produkte, nur per Versandhandel von Sinclair selbst erhältlich. Dies änderte sich als die Buchhandlungs-Kette W.H. Smith mit der Einzelhandelsvermarktung (Retail) beauftragt wurde. Damit war der Durchbruch für Sinclair Computer endgültig geschafft, Sinclair Computer traten den weltweiten Siegeszug an und waren quasi überall erhältlich.
  • Am St. Georges Day im April 1982, um elf Uhr morgens enthüllte Clive Sinclair im Churchill Hotel den neuen ZX82. Offiziell heisst der ZX82 nun ZX Spectrum. Der ZX Spectrum wurde das erfolgreichste Produkt von Sinclair Research Ltd. und gilt als weiterer Meilenstein in der Geschichte der Heim-Computer. Mit gegenüber dem ZX81 massiv erweitertem BASIC im 16KB ROM, Farbgrafik und Sound sowie 16KB RAM (für 125£), rsp. 48KB RAM (für 175£) war dies ein stattlicher Heimcomputer, welcher verkaufsmässig lediglich vom legendären Commodore 64 (dem VW Käfer der Heimcomputer) geschlagen wurde. Der Spectrum wurde massgeblich von Richard Altwasser und Steven Vickers konstruiert. Diese beiden Ingenieure verliessen nach Fertigstellung des Spectrums Sinclair und gründeten die Firma Jupiter Cantab, wo sie den technisch Spectrum-ähnlichen Jupiter Ace Computer entwickelten und als ersten Computer mit FORTH als Betriebsystem auf den Markt brachten.
  • Bis und mit der ZX Spectrum-Serie liefen die Dinge bei Sinclair Research in Bezug auf Innovation, Technologie und Geschäftsgang jeweils erfolgreich. So erstaunt es nicht, dass Clive im Sommer 1983 von der Queen geadeligt wurde und sich fortan Sir nennen darf. Sir Clive an einem glücklichen Tag in seinem Büro!

  • Am Donnerstag 12. Januar 1984 hat Sir Clive Sinclair die Katze aus dem Sack gelassen. Im Rahmen einer theatralisch imposant aufgezogenen Veranstaltung (Launch) im Intercontinental Hotel in London wurde der sagenumwobene Professional-Computer ZX83 (aufgrund des Datums wohl besser ZX84 genannt) enthüllt. Aus dem ZX83 ist schlussendlich der QL geworden. QL steht für Quantum Leap, zu Deutsch Quantensprung. Mit Motorolas MC68008-8 als CPU (8/32-bit), 128KB dynamisches RAM, zwei integrierten "Massenspeichern", zwei RS232 Schnittstellen, Netzwerk, weitgehenden Erweiterungsmöglichkeiten, dem Office-Paket XCHANGE von PSION und dem genialen Multitasking-Betriebssystem QDOS (preemptiv) samt SuperBASIC als Shell/CLI (Command-Language-Interpreter) und das alles für unter £ 400...eine echte Sensation (ein 8088 PC-Clone mit MS-DOS v2 und 128KB RAM kostete über £2000, ein echter IBM PC über £4000)!
    Verglichen mit dem ZX81 oder der ZX Spectrum Linie war der QL kommerziell wesentlich weniger erfolgreich. Trotz vieler Wirren um den QL selbst, um Sinclair Research und den sich ab Herbst 1983 drastisch wandelnden Heimcomputermarkt wurden bis zu Amstrads Kahlschlag im April 1986 rund 140'000 QL's produziert und verkauft.
    Der QL darf mit Sicherheit als ungeschliffener Diamant bezeichnet werden, war doch sein Betriebssystem QDOS ein absoluter Meilenstein in der Geschichte der Microcomputer. QDOS stammt aus dem "Kopf" von Tony Tebby, seinerzeit Ingenieur bei Sinclair. Es existieren diverse Ausprägungen wie Argos(1986-1989), Minerva(1988-), SMS2(1988), SMSQ(1992) und SMSQ/E(1993-) für den QL (selbstverständlich), die ATARI ST/TT Linie, die COMMODORE AMIGA Linie, QL Clones in der Form von CST Thor Computern (nur Argos), den Q40 (MC68040-40) und den Q60(MC68060), Emulatoren für PC's als Hardware (MC68040-25 Karte "QXL") und Software (DOS, Windows, Unix) sowie Software-Emulatoren für den Macintosh. SMSQ/E wird heute noch weiterentwickelt.

    BTW: Wussten Sie, dass Linus Torvalds über Jahre hinweg einen QL benutzte und darauf fleissig programmierte bevor er Linux "erschuf".

  • Mal gibt sich Sir Clive zugeknöpft und verschweigt schelmisch mit einem QL im Arm den unmittelbar bevorstehenden Launch des ZX Spectrum+ (Oktober 1984).

  • Im Oktober 1984 wurde der ZX Spectrum+ lanciert. Das Gehäuse ist ein "Abfallprodukt" des QL's, im Innern schlummert ein "gewöhnlicher" Spectrum 48K.

  • In der Schweiz wurden Sinclair Computer von der Firma ELCOMA AG importiert und über ein Händlernetz vertrieben.

  • Ein andermal zeigt Sir Clive in seinen Firmenräumen in Cambridge Prototypen wie etwa die Wafer-Scale Technologie (Juli 1985). Die Wafer-Scale Technologie sollte unter anderem in der geplanten 512KB Speicherweiterung für den QL eingesetzt werden. Sinclair Research hat jedoch nie eine Speichererweiterung für den QL auf den Markt gebracht.

  • Soweit bekannt, wurde lediglich eine nicht sehr innovativ aufgebaute 128KB RAM Erweiterung als Prototyp und für Sinclair internen Gebrauch gebaut. Alle verfügbaren Speicherweiterungen wurden von 3rd-Party Herstellern hergestellt und vermarktet.

  • Der letzte "echte" Sinclair Computer (jedenfalls der letzte Computer von Sinclair Research); der ZX Spectrum 128K (interner Code-Name "Derby"); wurde auf drängen des spanischen Sinclair-Distributors Investronica aus Madrid, welcher massiv bei der Vor-Finanzierung mithalf, am Montag 23. September 1985 anlässlich der Sonimag Fair in Barcelona, Spanien präsentiert und vorerst nur im spanischen Markt eingeführt. Aufgrund von Verträgen mit Investronica und britischen Handelketten durfte Sinclair Research den ZX Spectrum 128K im Heimmarkt erst im Frühling 1986 lancieren. Der offizielle Launch fand am Donnerstag 13. Februar 1986 in London statt. Verkaufsstart in den wichtigen Märkten Grossbritannien (179£) und Deutschland (598 DM) war der 1. April 1986. Trotz guter Aufnahme im Markt konnte er leider Sinclair Research nicht retten. Er bildete jedoch die Basis für die ZX Spectrum +2/+3 Modelle, welche unter der Regie von Amstrad in den Jahren 1986 bis 1990 entstanden und vor allem in Grossbritannien, aber auch in Spanien erfolgreich vermarktet wurden.

  • In den frühen Morgenstunden des 2. April 1986 wurde der Deal unterschrieben. Sinclair Research verkauft das gesamte Computerbusiness mitsamt allen Rechten an Modellen und Technologie sowie das Sinclair Logo für 5Mio £ an die britische Amstrad-Gruppe. Amstrad übernimmt zudem offene Verpflichtungen seitens Sinclair gegenüber Fertigungsstätten und Handel und hat das Recht Lagerbestände zu verwerten.

  • Nach der Übernahme des Sinclair Computergschäfts durch Amstrad, brachen der schweizerische und deutsche Markt für Sinclair Computer relavtiv rasch zusammen. Es herrschte Ausverkaufsstimmung wie die Inserate belegen.

  • Sir Clive Sinclair im April 1987 bei der Präsentation seines letzten kommerziellen Computers, des Z88. Der Z88 wurde von Sinclair's neuer Firma "Cambridge Computers" lanciert. Entwickelt wurde er massgeblich von Richard Miller, einem jungen Ingenieur, welcher schon in den letzten Tagen bei Sinclair Research an QL-Peripherie und dem Pandora/Loki Konzept mitgearbeitet hatte. Der Z88 stammt aus den Konzeptarbeiten rund um den Pandora. Aus dem Loki Konzept wurde Jahre später über x Umwege der ATARI JAGUAR.

    Technische Daten - vom ZX80 bis zum Z88...

    Name: ZX80 ZX81 ZX Spectrum (+) QL ZX Spectrum 128K Z88
    Codename: ZX82 ZX-83 Derby Pandora
    Launch: 23.04.1982 12.01.1984 Spanien 23.09.1985/
    GB 13.02.1986
    17.02.1987
    Verkaufte Einheiten: ca. 50'000 ca. 1.5 Mio ca. 5 Mio ca. 150'000 (davon ca. 6'000 US und 11'000 DE Versionen) ca. 100'000 (höchste mir bekannte S/N A 8-095731) ca. 65'000 (höchste mir bekannte S/N 0062658, Gerät mit neuem Schriftzug)
    Hersteller: ? TIMEX, GB TIMEX, GB;
    AB Electronic, GB;
    Thorn EMI Datatech, GB;
    SAMSUNG, Korea
    Thorn EMI Datatech, GB;
    SAMSUNG, Korea
    Investronica, Spanien;
    ?
    SCI UK Ltd.
    Prozessor: Z80A (3.25 MHz) Z80A (3.25 MHz) Z80A (3.5 MHz) MC68008 (7.5 MHz) °1 Z80A (3.5 MHz) Z80A CMOS (3.2768 MHz)
    RAM: 1K/16K 1K/64K 16K/48K 128K/640K °2 128K 32K/512K
    ROM: 4K 8K 16K 48K °3 32K 128K/512K
    Auflösung (Pixel): 256x192 512x256 (max.) 256x192 640x64
    Auflösung (Zeichen): 32x24 32x24 85x25 (max.) 32x24 80x8
    Farben: 2 (s/w) 2 (s/w) 16 (8 in zwei Helligkeiten) 8 (max.) 16 (8 in zwei Helligkeiten) 3 (s/w)
    Ton: - - 1 Kanal, 5 Oktaven Beeper 3 Kanäle, 7 Oktaven, MIDI
    Stromversorgung AAA 9V DC, AAA 700mA AAA oder 1.2A, AAA Polarität AAA 9V DC, 1.4A, Minus am Mittelstift 9V DC, 1.8A sowie 15.6V AC, 0.2A 9V DC, 1.85A, Minus am Mittelstift 6V DC, 300mA, Plus am Mittelstift

    °1 - Erweiterungskarten waren erhältlich MC68000/12, MC68000/16 oder MC68020/24 CPU.
    °2 - Weitere Erweiterungskarten waren erhältlich mit 768KB, 2MB (und MC68000 CPU) and 4MB RAM (und MC68020/24 CPU).
    °3 - Die Originalspezifikation sah 32K ROM für das OS vor. Das BASIC sollte urspünglich ab Datenträger ins RAM geladen werden. In Produktion wurde jedoch 48K ROM mit OS und BASIC verbaut. Dadurch reduzierte sich die Kapazität des ROM-Ports auf 16K.

    Meine Sinclair Computer - vom ZX81 bis zum Z88...

    Urs König ZX81 No1 as Kit CA-Bausatz

    Als Junge interessierte ich mich zuerst für Elektronik, CB-Funk und Lichtorgeln. Alle Berechnungen machte ich mit einem TI-30 LCD. Mein erster Computer war dann der Sinclair ZX81; und zwar als Bausatz (Februar 1985). Nach etlichen Stunden hatte ich als damals 16 Jähriger das Wunder vollbracht und meinen Computer mit eigenen Händen erschaffen und oh Wunder er lief...und läuft heute noch! Später (April 1985) folgte ein gebrauchter TI 99/4A. Ab den ersten Gerüchten um den ZX83 (später als QL auf dem Markt gekommen), wurde mir klar, dass dies "mein" System werden sollte. Es dauerte jedoch bis Weihnachten 1985 bis ich genug Geld zusammengespart hatte, um mir im Januar 1986 mein erstes QL System (QL Deutsche Version, Philips Bernsteinmonitor) zu kaufen.

    Urs König Sinclair_computers1_640.jpg Urs König Sinclair_computers2_640.jpg Urs König Sinclair_computers3_640.jpg

  • Drei Bilder aus dem Jahre 1987 meiner eigenen Sinclair Computer ZX81, ZX Spectrum+, ZX Spectrum 128K, QL, Original-Verpackungen und einiges an ZX-81 Peripherie und Zubehör.

    Urs König CambridgeZ88-D_MVC-164F_cropped_640.JPG

  • 1989 habe ich mir meinen Cambridge Z88 (Deutsche Version, Firmware Version 3.18) gekauft.

    Computer aus dem Haus Sinclair waren in den 80er Jahren stets meine Wegbegeleiter.

    Tipps & Tricks

  • QL - Abfrage Firmware Version: Eingabe der Befehlsfolge: PRINT VER$
  • Z88 - Abfrage Firmware Version: Drücke die folgenden Tasten der Reihe nach: INDEX, HELP, CURSORLINKS

    Die anderen Innovationen von Sir Clive Sinclair - vom Calculator bis zum Zeta III...

  • Am 10. Januar 1985 wurde der Sinclair C5, nicht ein Computer sondern ein Fahrzeug (don’t call it car), vorgestellt. Dies war rückblickend betrachtet ein trauriger Tag. Schaut euch Clive’s Gesicht an. Ob er wohl wusste was alles auf ihn und seine Firma zukommen würde. Es scheint fast so. Der C5 läutete den Niedergang von Sinclair als erfolgreichen Unternehmer ein und besiegelte wohl auch das Schicksal der Sinclair Computer. Meine persönliche Meinung zum C5: "Eine grossartige Idee und ein tolles Design. Die Technik (Antrieb, Batterien) war jedoch noch nicht ausgereift genug und die Leute waren noch nicht bereit für Elektrofahrräder. Aber mit der nötigen finanziellen Kraft, gutem Management und Marketing sowie entsprechendem Durchhaltewillen hätte was daraus werden können."

    Hätte Sinclair 1984 und 1985 die verfügbaren Ressourcen mit voller Kraft und Überzeugung in den QL ("the Mac that never was") und den ZX Spectrum 128K ’s gesteckt so wäre die IT Geschichte möglicherweise anderes herausgekommen.

  • Sir Clive Sinclair und seine Sinclair Research Ltd ist nach wie vor aktiv am Markt. Website von Sinclair Research Ltd. (bis 2012: http://www.sinclair-research.co.uk) (offsite-link).
  • Seit 1994 das erste und nach wie vor grösste Web-Archiv über Sinclair: Chris Owens "Planet Sinclair" (offsite-link).
  • Eine gute Webseite über Sinclair TV's: Frank's Taschenfernseher (offsite-link).

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